Oldenburg (hun). Das Referenzzentrum Mammographie Nord hat einen neuen Standort. Die 13 Mitarbeiter werden künftig im Technologie-Gründungszentrum Oldenburg (TGO) arbeiten. Gestern wurden die neuen Räume eingeweiht.
„Umstrukturierungen am alten Standort Bremen haben diesen Umzug möglich gemacht“, so Dr. Gerold Hecht, Leiter des Referenzzentrums. Für das TGO hätten nicht nur die freien Räumlichkeiten und die Ausstattung, sondern auch die logistische Nähe zu Offis und zur Universität mit ihrer demnächst an den Start gehenden medizinischen Fakultät gesprochen.
„Hauptaufgaben des Zentrums sind es, die Ausbildung des medizinischen Personals sowie die Qualitätssicherung der medizinischen Standards an den einzelnen Screeningstandorten sicherzustellen“, erklärt er. Das Oldenburger Zentrum ist demnach für 15 Screening-Standorte in Niedersachsen, Bremen, Hamburg und Schleswig-Holstein verantwortlich.
Alleine acht Standorte befinden sich in Niedersachsen. Insgesamt werden im Zentrum und in den einzelnen Screening-Standorten rund 500 Mitarbeiter beschäftigt. „Es gibt bisher keine bessere Möglichkeit des Screenings“, betont Eberhard Gramsch, Vorsitzender der kassenärztlichen Vereinigung in Niedersachsen. Ergänzt werden die Standorte durch die „Mammobile“, die in regelmäßigen Abständen in die ländlichen Regionen fahren.
Dr. Wolgang Aubke, Beiratsvorsitzender der Kooperationsgemeinschaft Mammographie, betont, dass Deutschland in nur dreieinhalb Jahren das größte Mammographie-Programm Europas auf die Beine gestellt hat. In Niedersachsen seien so bisher 53,3 Prozent aller Frauen im betreffenden Alter zwischen 50 und 69 Jahren erfasst worden. „Es gibt im deutschen Gesundheitswesen keinen weiteren Versorgungsbereich mit einem vergleichbaren Qualitätsstandard“, so Dr. Aubke.
Im Bereich des Mammographiescreenings Nord sind rund 1,65 Millionen Frauen berechtigt, an den alle zwei Jahre stattfindenden Brustkrebs-Vorsorgeuntersuchungen teilzunehmen. Von den 792.000 Frauen, die teilgenommen hatten, mussten 41.500 noch einmal genauer auf einen möglichen Tumor untersucht werden. Bei rund 6.400 Frauen wurde dieser auch festgestellt.